WordPress als CMS verwenden

veröffentlicht am 15. Januar 2011

Vor kurzem habe ich zum ersten Mal WordPress als „klassisches CMS“ für die Fahrschule Pilates eingesetzt. In dem folgenden Artikel berichte ich darüber, auf was man achten sollte, wenn man WordPress als CMS nutzt und welche Plugins sinnvoll beziehungsweise hilfreich sind.

Das passende Theme

Zunächst einmal ist es sinnvoll, sich ein Theme zu suchen, das für den Einsatz als CMS geeignet ist. Besonderer Augenmerk liegt hierbei auf der Unterstützung von benutzerdefinierten Navigationen. Der vorgestellten Webseite habe ich natürlich ein eigenes Theme spendiert, sodass alle Anforderungen an das Theme erfüllt sind.

Sollten verschiedene Darstellungsarten erforderlich sein, ist es sinnvoll, Child Themes zu entwerfen, was in meinem Fall aber nicht erforderlich war, da jede Seite (bis auf den Inhalt) gleich aussieht.

Seiten oder Artikel?

Nun ist die Frage, wie man die Webseite mit Artikeln und festen Seiten befüllt. Im Grunde genommen verwendet WordPress in der Administration schon die passenden Begrifflichkeiten. Seiten werden für statischen Inhalt, also Inhalt ohne (häufige) Änderungen verwendet. Die Nutzung von Artikeln ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn man eine News-Seite einrichtet, die permanent aktualisiert wird. Auf der News-Seite zeigt man dann zum Beispiel alle Artikel aus der Kategorie News.

Administration anpassen

Bei größeren Webseiten muss man sich Gedanken darüber machen, was ein Benutzer für Rechte bekommen soll und auf welche Funktionalitäten er zugreifen darf. Hier kann zum Beispiel die Nutzung des Admin Theme Adminimize von Frank in Betracht gezogen werden, um die Sichten für die verschiedenen Benutzer individuell festzulegen.

Plugins

Bei dem vorgestellten Projekt kommen folgende Plugins zum Einsatz:

Plugin Beschreibung
Platinum SEO Pack Ein verbreitetes Plugin zur Suchmaschinenoptimierung. Für Webseiten mit vielen Artikeln lohnt sich eventuell der Einsatz von wpSEO.
Broken Link Checker Dieses Plugin überprüft, ob alle im Webauftritt verlinkten Seiten noch erreichbar sind.
Contact Form 7 Ein einfaches, individuell anpassbares Kontaktformular.
Google XML Sitemaps Erzeugt eine Seitemap für verschiedene Suchmaschinen (nicht nur Google). Ebenfalls zu SEO-Zwecken.
Redirection Mit diesem Plugin kann man ganz einfach 404er-Seiten tracken und entsprechende Umleitungen einrichten.
TinyMCE Advanced Mit diesem Plugin kann der WYSIWYG-Editor von WordPress angepasst und erweitert werden. Hier brauche ich vor allem die Tabellen-Funktion.
Update Notifier Sollten WordPress- oder Plugin-Updates zur Verfügung stehen, bekomme ich eine E-Mail-Benachrichtigung zugeschickt.
WP-Optimize Optimierung der Datensätze in der WordPress-Datenbank – wird eventuell durch einen echten cronjob bei mir abgelöst.
WP Permalauts Dieses Plugin braucht man, wenn deutsche Sonderzeichen und Umlaute in der URL korrekt umgeformt werden sollen.

Bis auf Contact Form 7 sind alle Plugins auch hier im Blog im Einsatz. Für WordPress 3.1 sind zudem noch neue CMS-Funktionen angekündigt. Am Meisten erhoffe ich mir hierbei von der Funktion für die interne Verlinkung. Diese Funktion ist in gängigen CMS-Systemen grundsätzlich mit an Bord, bei WordPress fehlt diese Funktion allerdings derzeit noch.

Es gibt sicher noch zahlreiche Plugins, die WordPress um nützliche CMS-Funktionalitäten erweitern. Also schreibt mir eure Plugins, die ihr für den CMS-Einsatz als sinnvoll betrachtet :)

Kommentare

Die Fahrschul-Seite ist dir gelungen.
Wordpress ist auch mächtiger als manche annehmen. Mit ein bisschen basteln entsteht so ein schönes CMS wie bei dir :)

Leider hatte ich noch keinen Auftrag in der Richtung.

Kommentar #1 von maTTes am 15. Januar 2011


Mir wird immer wieder zugetragen, WordPress sein als CMS untauglich. M. E. ist WordPress als CMS hervorragend geeignet. Ich habe mir mittlerweile eine Menge Systeme angesehen. Manche sind von der Installation her noch einfacher, weil die Daten nicht per Editor in die Installationsdatei eingetragen werden müssen. Aber kaum eines dürfte flexibler als WordPress sein. Ich würde jedenfalls immer wieder hierauf zurückgreifen, egal ob zur Installation eines Blogs oder einer sonstigen Website.

Kommentar #2 von Didi am 15. Januar 2011


Das Plugin Redirection scheint nicht mit der kommenden 3.1er Version von WordPress kompatibel zu sein.

Kommentar #3 von Perun am 15. Januar 2011


WordPress ist definitv für kleinere Seiten als CMS zu gebrauchen. Ich habe im vergangenen Jahr eine statische Firmenseite ohne größeren Aufwand nach WordPress portiert. Mit dem Einsatz von Javascript lies sich die Anzahl von Plugins auf einem erträglichen Maß (7 Stück) halten.
Wordpress gefällt allein durch die riesige Anzahl von PlugIn-Lösungen. Mit Bedacht eingesetzt, lässt sich nahezu jede Kundenvorgabe bei ausreichender Performance umsetzen.
Weniger punkten kann WordPress allerdings bei der Mehrsprachigkeit: Generell lässt sich die Mehrsprachigkeit mit PlugIn lösen aber mit höherer Anzahl von zusätzlichen Plugins steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eines nicht „sprachfähig“ ist.

Kommentar #4 von Martin am 17. Januar 2011


Danke für den Artikel ;-)

Kommentar #5 von Tobi am 21. Januar 2011



Ich beschäftige mich aktuell gerade auch mit dem Thema WordPress als CMS und da kommt mir deine Übersicht natürlich gerade recht. Danke dafür!

Nun: Hast du das Theme für die Fahrschule komplett selber gebaut? Wenn ja, welche Hilfsmittel oder Anleitungen hast du dazu verwendet?

Ich bin auf der Suche nach einem sehr schlichten aber ansprechenden Design so wie bei der Fahrschulseite.

Kommentar #7 von Jeffrey am 12. März 2011


Hey Jeff,

wie immer alles selber gebastelt. Ich habe mal einen Artikel mit Codeschnipseln geschrieben, wo du eigentlich fast alles findest, was man für ein „Standard-Theme“ braucht: http://www.patrick-gotthard.de/6298/codeschnipsel-fuer-die-erstellung-von-wordpress-themes

Kommentar #8 von Patrick am 12. März 2011


Danke für den Link werde ich mir gleich mal genauer anschauen!

PS: Hast du das Codeschnipsel zum Einbinden der benutzerdefinierten Google Maps Karte inklusive Markierungen auch noch irgendwo rumliegen?

Kommentar #9 von Jeffrey am 12. März 2011


Hmm das ist ein eigens geschriebener JavaScript-Code auf Basis der GoogleMaps API. Aber es gibt auch fertige Frameworks, vielleicht schaue ich mich da mal um und schreibe was darüber.

Kommentar #10 von Patrick am 12. März 2011


Hallo,
vielen Dank für den gelungenen Artikel. Die Webseite der Fahrschule sieht echt toll aus.
Ich hab dazu aber mal eine ganz andere Frage: Wie erstellt man eigentlich diese Header, bei denen etwas „heraussteht“, so wie das Auto bei der Fahrschule? „Integriert“ man das in das normale Headerbild und macht den hervorstehenden Teil einfach weiß?
Ich würde mich freuen, wenn Du dazu eine Idee oder einen Tipp hast.

Herzliche Grüße
Christina

Kommentar #11 von Christina am 01. November 2011


In dem Fall ist der gesamte Header einfach nur eine Grafik, die sich in das Gesamtbild einfügt. Ansonsten erstellt man das „überlappende“ Objekt und positioniert es relativ oder absolut per CSS.

Kommentar #12 von Patrick am 01. November 2011


Wirklich sehr schick, die Fahrschule Site!
Ich bin gerade dabei für meine Freundin, die Künstlerin ist eine Homepage zu bauen und da sie den Inhalt selber managen soll bin ich auch auf wordpress gestossen, hab das ganze auch schon installiert und ein sehr schickes bildorientiertes Theme gefunden: http://wordpress.org/extend/themes/hatch

Ich hatte gedacht den ganzen Inhalt mit „Artikeln“ zu bauen, aber was da stört ist halt das „Leave a Reply“ und etwas weniger auch die Artikelangaben rechts (Autor, Datum).
Wenn ich das richtig sehe, kann ich das nur wegbekommen, wenn ich das Theme selber editiere, oder? Na, dann werde ich wohl meine php Kenntnisse auffrischen müssen…

Nun habe ich dank Dir gesehen, dass es neben Artikeln auch Seiten gibt. Hast Du den Inhalt bei der Fahrlehrer Site alles mit „Seiten“ aufgebaut?
Wenn ich’s richtig verstehe ist der Hauptunterschied, dass bei Artikeln die Sortierung automatisch in umgekehrter Erstellreihenfolge geschieht und bei Artikeln müsste ich (zumindest mit hatch) die ganze Navigation selber machen, richtig?

beste Grüsse
Patrick

Kommentar #13 von auch Patrick am 25. April 2012


Hallo Patrick,

sorry für die späte Antwort. Ja, bei der Seite für die Fahrschule habe ich alles mit Seiten erstellt. Der Unterschied zwischen Artikeln und Seiten besteht grob darin, dass Artikel sich mengenmäßig häufig aktualisieren und Seiten recht starr abgelegt werden. Die chronologisch umgekehrte Reihenfolge ist bei Artikeln der gängige Standard, man kann es aber auch anders implementieren (siehe bei mir unter „Artikel“).

Möchte man WordPress als CMS einsetzen, benutze ich statische Seiten für feste Bereiche auf der Webseite, während Artikel als News oder halt „Artikel“ genutzt werden.

Ich hoffe, das hilft dir weiter. Finde die Sachlage etwas schwierig in Worte zu fassen, aber ich glaube, der Kommentar ist einigermaßen verständlich :)

Gruß
Patrick

Kommentar #14 von Patrick am 04. Mai 2012


Was mir bei WordPress nicht sehr behagt, ist, dass man (korrigiert mich, falls ich mich irre), einfach sehr viel plug-ins und kleine „Hacks“ braucht, um die Ansicht entsprechend anzupassen. Es sind vor allem Kleinigkeiten, die mich bei WP stören, wie zB dass immer und überall Datum/Autor des Verfassers steht, dass man „Weiterlesen“-Links per Hand geändert werden müssen etc…
Das gibts bei Joomla alles viel einfacher. Deswegen tue ich mich etwas schwer über meine Testphase hinaus auf WP umzusteigen…
Oder könntest du meine Punkt entkräften?
Grüße,
Florian

Kommentar #15 von Flo am 23. Mai 2012


Hallo Flo,

ich habe Joomla höchstens mal kurz angeschaut und kann deshalb keinen Vergleich ziehen. Aber gerade die Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit sind die Stärken von WordPress. Um WordPress an die eigenen Wünsche anzupassen, ist es aber sicherlich hilfreich, sich in der PHP- und Webentwicklung auszukennen, sonst muss man halt mit einem gewissen Standard (z.B. „weiterlesen“) leben.

Zudem hat WordPress eine sehr sehr gute Dokumentation für Entwickler und wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, kann man die Stärken von WordPress voll ausschöpfen.

Ich hoffe, das hilft dir erst einmal weiter.

Gruß
Patrick

Kommentar #16 von Patrick am 23. Mai 2012


Hallo Patrick,

dein Theme deiner Webseite ist sehr klar und übersichtlich. Hast du dieses Theme selbst erstellt oder eine ähnliche Vorlgae an deine Bedürfnisse angepast?

Kommentar #17 von Andreas am 29. Mai 2012


Alles selfmade :)

Kommentar #18 von Patrick am 29. Mai 2012


Hallo Patrick,

danke für deinen Informativen Artikel. Ich bin auch gerade an dem Projekt dran, meine Webseite mit WordPress als CMS aufzubauen. Dazu meine Frage: Wenn ich eine andere Startseite als die Blogseite als Startseite einsetze, wie z.B. auf deiner Fahrschulseite – welcher Link verweist dann auf das Blog allgemein, was sonst auf der Startseite zu finden ist?

Grüße
Lars

Kommentar #19 von Lars am 22. Oktober 2012


Hallo Lars,

als Startseite hast du bei WordPress die Auswahl zwischen den neusten Artikeln aller Kategorien oder einer „statischen“ Seite. Wenn du nun eine Seite als Startseite festlegst und dennoch eine Seite mit den neusten Artikeln benötigst, musst du dir entweder eine Template-Datei anlegen, die die neusten Artikel aus sämtlichen Kategorien anzeigt oder eine Kategorie-basierte Übersicht verwenden (wie z.B. hier auf dieser Seite die Artikel und News). Eventuell existiert für den ersteren Fall auch ein Plugin, sodass du nicht selber eine Datei dafür entwickeln musst.

Gruß
Patrick

Kommentar #20 von Patrick am 22. Oktober 2012


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