Unterschiede der Windows-Verkaufsversionen

veröffentlicht am 22. Oktober 2009

Häufiger bekomme ich die Frage gestellt, worin der Unterschied zwischen OEM-, SystemBuilder-, Upgrade- und Vollversion von Windows besteht. Die Unterschiede möchte ich mit diesem Eintrag einmal kurz erläutern.

Bei den OEM-Versionen gibt es zwei unterschiedliche Ausprägungen: OEM-Versionen, die an einen bestimmten Hersteller gebunden sind und OEM-Versionen, die Hersteller-ungebunden sind. Eine OEM-Version ist nur dann gebunden, wenn sie zusammen mit einem Computer ausgeliefert wurde. Hierbei gibt es jedoch auch Hersteller-Ausnahmen wie z.B. bei Fujitsu-Siemens. Ungebundene Versionen sind solche, die man einzeln im Internet erwerben kann oder wie schon gesagt von bestimmten Herstellern kommen. Bei einer OEM-Version wird nur ein Datenträger entweder mit der 32- oder 64-Bit-Version des Betriebssystems sowie i.d.R. ein kleines Handbuch ausgeliefert. Auf eine schöne Verpackung des Datenträgers muss man hier verzichten. Support für das Betriebssystem wird hierfür nicht von Microsoft geleistet. Eventuell leistet der OEM (also der Anbieter der OEM-PCs) Support für das Betriebssystem, er ist dazu aber nicht verpflichtet.

Eine System Builder-Version wird normalerweise nur an Hersteller oder Fachhändler verkauft, die vorkonfigurierte Computer anbieten. Aufgrund eines Beschlusses müssen diese Versionen allerdings im EU-Raum auch an Privatkunden verkauft werden. System Builder-Versionen sind meist wesentlich günstiger im Vergleich zu der Vollversion, haben aber einen eingeschränkten Lieferumfang. Im wesentlichen entspricht die System Builder-Version der OEM-Version, ist jedoch nicht an den Computer gebunden. Mit dem Support sieht es genauso aus, wenn man einen PC mit einer System Builder-Version kauft: der Händler kann Support leisten, muss aber nicht. Kauft man sich die System Builder-Version ohne Computer besteht kein Support.

Upgrade-Versionen können nur benutzt werden, wenn man bereits ein gültige Lizenz eines vorigen Windows-Betriebssystem besitzt, wobei z.B. bei Windows 7 nur ein Upgrade von XP und Vista möglich ist. Diese Version ist etwas günstiger als die Vollversion und kommt mit einer schicken Verpackung daher. Wie es mit dem Support aussieht weiß ich leider nicht (bitte schreibt mir, wenn ihr mehr dazu wisst). Hier bekommt man je einen Datenträger für 32- und 64-Bit Version

Die Vollversion (auch Retail-Version genannt) kommt in einer schicken Verpackung, sowie mit der 32- und der 64-Bit-Version daher. Support wird direkt von Microsoft geleistet. Diese Version ist allerdings auch die teuerste.

Abschließend möchte ich noch bemerken: jede dieser Versionen beinhaltet denselben Funktionsumfang, Unterschiede bestehen wie gesagt nur in der Art der Verpackung, dem Support, dem Preis und dem Lieferumfang (Datenträger für 32- oder 64-Bit-Version, Handbuch etc.). Bei der Upgrade-Version kommt einschränkend dazu, dass eine Lizenz eines bestimmten Vorgänger-Betriebssystems vorhanden sein muss.

Noch kurz ein kleiner Vergleich der aktuellen Preise von Windows 7 Home Premium:

Ausführung: OEM System Builder Upgrade Vollversion
Preis: 77,95€ (Amazon) 77,90€ (Alternate) 109,90€ (Alternate) 119,90€ (Alternate)

Kommentare

Umfasst „support“ nur solche Sachen wie Telefonservice und Installationshotline oder was, oder sind damit auch Software Updates gemeint?

Kommentar #1 von online broker am 24. März 2010


Alles außer den Updates. Updates bekommt man natürlich immer :)

Kommentar #2 von Patrick am 24. März 2010


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