Testbericht: LG N1T1

veröffentlicht am 08. August 2010

Heute stelle ich euch das LG N1T1 vor, welches ich dank VICO Research & Consulting acht Wochen lang testen durfte. Das LG N1T1 ist primär ein Netzwerkspeicher mit ein Terabyte Speicherkapazität. Das Gerät verfügt jedoch auch über einen integrierten Slot-In-DVD-Brenner. Per USB kann das Gerät somit auch als externer DVD-Brenner oder als externe Festplatte verwendet werden.

Unboxing

Zunächst habe ich das LG N1T1 natürlich ausgepackt. Das Gerät kommt in einer schicken, hauptsächlich rot-weißen Verpackung daher:

Zum Lieferumfang des LG N1T1 gehören ein Handbuch, zwei CDs (Software + Troubleshooting Guide), ein Netzwerkkabel, ein USB-Kabel, sowie ein Netzteil mitsamt Stromkabel…

…und natürlich ist auch das Gerät inklusive Standfuß in der Verpackung gewesen:

Auf der Vorderseite des Geräts findet man Statusleuchten, die über den Betriebszustand sowie über Festplattenzugriffe und Zugriffe auf das optische Laufwerk informieren. Zudem gibt es hier Knöpfe zum Auswerfen (Eject) und Sichern (Backup) eines eingelegten optischen Mediums:

Auf der Rückseite hingegen finden wir den Stromschalter sowie den Schalter zum Wählen des Betriebsmodus. Das LG N1T1 kann zudem mit einem Kensington-Lock gesichert werden. Zuletzt finden wir den USB-, den Netzwerk- und den Stromanschluss:

Produktinformationen

Wie bereits erwähnt, kann das LG N1T1 sowohl als normaler Netzwerkspeicher als auch als externes USB-Laufwerk und externer DVD-Brenner genutzt werden. Für letzteres Feature hat das LG N1T1 einen 8-fach Slot-In-DVD-Brenner spendiert bekommen. Angesprochen werden kann das Gerät somit entweder per Gigabit-LAN oder per USB 2.0. Das LG N1T1 besitzt hierbei die kompakten Maße von 6,7 cm Breite, 15 cm Höhe und 21 cm Tiefe und wiegt inklusive Festplatte 1,7 Kilogramm.

Das Gerät verfügt über eine Festplatte mit einer Speicherkapazität von einem Terabyte. Diese ist in zwei Partitionen eingeteilt. Per Netzwerk kann auf beide Partitionen zugegriffen werden, während man bei der Nutzung als externe Festplatte nur auf die zweite Partition zugreifen kann. Per Weboberfläche kann eingestellt werden, wie groß die jeweiligen Partitionen sein sollen. Die erste Partition wird hierbei mit dem ext3-Dateisystem formatiert, die zweite Partition hingegen mit NTFS. Da das LG N1T1 nur eine Festplatte aufnehmen kann, ist die Einrichtung eines RAID leider nicht möglich.

Für den Netzwerkzugriff stehen die Protokolle HTTP, FTP, AFP sowie CIFS/SMB zur Verfügung, wodurch sich das Gerät problemlos mit Windows, Linux und Mac OS nutzen lässt. Mir persönlich fehlt allerdings die NFS-Unterstützung. Für den Fernzugriff steht zudem eine DynDNS-Integration bereit. Hierbei wird eine Domain mit .lgnas.com-Endung angelegt.

Um Strom zu sparen, hat das LG N1T1 eine integrierte Standby-Funktion. Hierbei geht das Gerät nach einer festzulegenden Zeit in einen Stromsparmodus. Sobald das Gerät wieder angesprochen wird, wacht es automatisch aus dem Stromsparmodus auf. Zudem kann das Gerät  an eine USV angeschlossen werden, solange die USV Informationen per USB austauschen kann.

Für die Datensicherung sind verschiedene Funktionen enthalten. Das Gerät:

  • kann Daten vom Gerät auf eine CD oder DVD brennen
  • kann ein USB-Speichermedium (inkrementelle Sicherung oder Vollsicherung) oder optisches Medium (Image- oder Datei-basiert) per Knopfdruck auf die Festplatte sichern
  • unterstützt Time Maschine (für die Nutzung mit Mac OS 10.5 oder neuer)

Das Gerät kann per E-Mail in regelmäßigen Abständen über die Festplattenkapazität informieren, einen per USB angeschlossenen Drucker als Netzwerkdrucker bereitstellen, Multimedia-Daten über einen DLNA– oder iTunes-Server im Netzwerk verteilen und mit neuen Firmwares aktualisiert werden.

Über das Webinterface können zudem Transmission (ein webbasierter BitTorrent-Client) und AjaXplorer (ein auf AJAX basierender Dateimanager) gestartet werden. Im Datenblatt des LG N1T1 steht zwar Active Directory, ich konnte jedoch keinen Eintrag finden, der speziell etwas damit zu tun hat. Falls jemand was näheres darüber weiß… immer her damit :)

Software

Dem LG N1T1 liegen 2 CDs bei. Auf der einen CD befindet sich der LG NAS Troubleshooting Guide, eine interaktive Anleitung zur Einrichtung und Benutzung des Geräts. Dieses Programm ist allerdings nur auf englisch:

Auf der zweiten CD befinden sich drei Applikationen:

Mit dem NAS Detector startet man die allererste Konfiguration des LG N1T1. Das Tool sucht automatisch im Netzwerk nach dem Gerät und bietet entsprechende Konfigurationsmöglichkeiten an. Auch kann das Programm Verknüpfungen erstellen, um schnell zur Administration oder zu den Freigaben zu gelangen:

Des Weiteren befindet sich der NAS Monitor auf der CD. Dieses kleine Programm klinkt sich in das System-Tray und erlaubt den schnellen Zugriff auf das LG N1T1:

Als drittes Programm im Bunde wird Nero BackItUp&Burn Essentials mitgeliefert. Mit diesem Tool können selbst unerfahrene Benutzer schnell und einfach Sicherungen einrichten:

Benchmark

Da das LG N1T1 sowohl als Netzwerkspeicher als auch als externe Festplatte angesprochen werden kann, habe ich die Übertragungsgeschwindigkeiten für beide Anschlussmöglichkeiten getestet. Hierbei kamen sowohl ATTO Disk Benchmark als auch das Intel NAS Performance Toolkit zum Einsatz.

ATTO Disk Benchmark

LAN

USB

ATTO Disk Benchmark misst, dass die Übertragung per USB deutlich langsamer  ist, als die Übertragung per Netzwerk. Man muss allerdings berücksichtigen, dass dies ein rein synthetischer Benchmark ist, das reale Verhalten kann sich also durchaus auch anders auswirken. Dennoch können sich vor allem die Datenübertragungsraten per Netzwerk sehen lassen. Bei mir wurden Höchstwerte von rund 40MB/s sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben gemessen. Theoretisch sind per Gigabit-LAN maximale Übertragungsraten bis zu 100 MB pro Sekunde möglich. 40MB/s sind für ein Netzwerkspeicher dennoch ein guter Wert.

Intel NAS Performance Toolkit

Im Gegensatz zu ATTO Disk Benchmark misst das Intel NAS Performance Toolkit in einigen Tests doch wesentlich bessere Übertragungsgeschwindigkeiten per USB. Das Intel NAS Performance Toolkit simuliert hierbei verschiedene Anwendungsszenarien und bildet somit das Verhalten bei der Nutzung des Geräts besser ab, als ATTO Disk Benchmark.

Weboberfläche

Da die Weboberfläche des LG N1T1 verdammt viele Menüpunkte hat, habe ich lieber einen Screencast erstellt, als euch etliche Screenshots vorzuwerfen. Wem das Video zu schnell durchläuft, sei die Start/Pause-Funktion ans Herz gelegt ;)

Wie man in dem Video sieht, ist die Benutzerführung intuitiv und auf jeder Seite kann oben rechts eine Hilfe eingeblendet werden, die auch Computer-Laien die Administration des Geräts erlaubt.

Fazit

Das LG N1T1 ist ein durchaus interessantes Gerät mit  vielen nützlichen Funktionen für die Datensicherung und Multimedia-Übertragung. Besonders die Sicherung von USB-Speichermedium oder optischen Datenträgern kann überzeugen: Medium einlegen bzw. anschließen, vorne am Gerät Backup drücken und nach ein paar Minuten liegt die Sicherung auf der Festplatte – einfacher geht es nicht. Dem Gerät liegt außerdem die Software Nero BackItUp&Burn Essentials bei, mit der selbst Computer-Laien eine zuverlässige Datensicherung ihres Computers einrichten können. Für Multimedia-Fans stehen ein iTunes- und DLNA-Server bereit, um Audio- und Videoinhalte über das Netzwerk zu übertragen.

Dank vieler unterstützter Protokolle können Windows-, Linux- und Mac OS-Benutzer gleichermaßen auf das Gerät zugreifen. Vor allem für Mac OS-Benutzer ist die Time Machine-Unterstützung interessant.

Kommentare

Hi Patrick,
freut mich, dass du auch ein NAS zum Testen bekommen hast. :)

Gruß
Roman

Kommentar #1 von Roman am 27. Juni 2010


Hört sich ganz nett an ;) Am liebsten würde ich solche Geräte auch mal testen.

Gruß,
Marcus

Kommentar #2 von Haja am 05. Juli 2010


Eigentlich halte ich von NAS-Systemen nicht so viel. Ich werde mir demnächst selber ein Server-System zusammenstellen -> viele Festplatten rein und Virtualisierung drauf. Dann kann ich richtig rumspielen :)

Kommentar #3 von Patrick am 05. Juli 2010


Hallo Patrick,

ich spiele auch mit dem Gedanken mir so ein Ding zuzulegen und das LG gefällt mir bisher ganz gut (zumal ich es als Brenner für mein Netbook nutzen könnte).

Meine Frage wäre nun, kann man den Brenner auch übers Netzwerk benutzen oder nur über die USB-Buchse? Über Netzwerk wäre fürs Netbook cool.

Grüße,

Timo

PS: dein neues Blog-Design gefällt mir…bastel immer noch an meinem ersten :)

Kommentar #4 von Timo am 15. Juli 2010


Naja ich kann mit einem NAS mit nur einer HDD nichts anfangen :) Man kann den DVD-Brenner per Netzwerk benutzen, wenn man die Daten davor auf das NAS schiebt.

Ich werde das getestete NAS wohl vergünstigt erwerben können -> mit einem kleinen Aufschlag könnte ich es ja an dich weiterverkaufen ;)

Kommentar #5 von Patrick am 15. Juli 2010


Also mir würde eine HDD reichen, brauche kein RAID-Kram oder sowas ;-)

Wie ist die so von der Bedienbarkeit, Software oder Webinterface.

Brenner per Netzwerk nutzen klingt gut, wie machste das?

Hm, kommt natürlich drauf an für welchen Preis… ;-)

Kommentar #6 von Timo am 16. Juli 2010


Detaillierte Vorstellung der Weboberfläche und der Funktionen kommt noch ;)

Beim Preis müssen wir schauen, ich weiß noch nicht, für wieviel die mir das NAS überlassen würden. Bedienbarkeit und Webinterface sind schonmal vorab gesagt super :)

Kommentar #7 von Patrick am 16. Juli 2010


NAS o.ä. hab ich noch nicht, überlege mir das aber. Bei der Datenübertragung per Netzwerk hab ich aber mal probiert. Allerdings ohne Tool, nach „alter Väter Sitte“.

Einen Ordner mit einigen Unterordnern und vielen Wallpapern (ca. 362 MB) vom PC auf den Desktop vom Mac kopiert. Verbunden durch LAN/Switch. Dauer: knapp 9 Sek. – also ~ 40+ MB/Sek.

Kommentar #8 von JürgenHugo am 16. Juli 2010


Ich habe ja gerade auch ein NAS (von TrekStor) bei mir zum Test. Bezüglich Geschwindigkeit kann ich jedoch noch nicht so viel sagen.

Was ich bis jetzt testen konnte war nicht schlecht, hat aber auch alles die eine oder andere Schwachstelle.

Kommentar #9 von Jeffrey am 17. Juli 2010


Anschaulicher Test, gerade mit den Grafiken. Wie kommt ihr nur immer an solche Testgeräte? *fasziniertgugg*

Kommentar #10 von Michael am 25. Juli 2010


Die Firma „Vico Research“ wurde über meine (wohl guten) Kommentare bei meinem Blog-Nachbarn Roman auf mich aufmerksam und hat mich angeschrieben.

Kommentar #11 von Patrick am 25. Juli 2010


@Timo: Ich habe eben mal nachgefragt, ich kann das Testgerät zu einem vergünstigten Preis von 100€ inkl. USt. kaufen. Für 120€ inkl. Versand würde ich es dir überlassen. Geizhals nennt mir als günstigsten Preis 160€ bei „BA-Computer“ (sagt mir nichts der Laden).

Kommentar #12 von Patrick am 26. Juli 2010


@Patrick: 120,- klingt fair, nur wie wäre das dann mit Garantie? Finde die TS-110 von QNAP auch ganz nett, wenn auch teurer, bin etwas unschlüssig :-(

Kommentar #13 von Timo am 26. Juli 2010


@Timo: Wenn ich das noch richtig im Kopf habe verkürzt sich die Garantie, wenn ich das NAS weiterverkaufe, auf ein Jahr. Du könntest das NAS natürlich auch mal per Web testen, wenn das deine Kaufentscheidung erleichtert ;)

Kommentar #14 von Patrick am 26. Juli 2010


Wieso sollte sich die Garantie auf 1 Jahr verkürzen? Hast doch dann sicher eine Originalrechnung von dem Shop, der es Dir dann verkauft, oder? Hab jedenfalls noch nie davon gehört.

Klar, per Web testen wäre cool ;-)

Kommentar #15 von Timo am 26. Juli 2010


Ich meine irgendwie sowas stand in den Vertragsbedingungen. Wenn ich das NAS kaufe habe ich wohl 2 Jahre Garantie, wenn ich es weiterverkaufe verkürzt sich die Zeit auf ein Jahr.

Wie gesagt, irgendwie sowas habe ich im Kopf, ob das so ist, muss ich nochmal checken. Adde mich mal bei ICQ oder MSN ;)

Kommentar #16 von Patrick am 26. Juli 2010


Hab Dich direkt bei ICQ geadded… ;-)

Merkwürdige Klausel mit dem Weiterverkauf…wäre schon blöd nur 1 Jahr :-(

Kommentar #17 von Timo am 26. Juli 2010


Pingback #18 von NAS – Übertragungsgeschwindigkeit ermitteln am 22. August 2010


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