Fritz!Box modden mit Freetz

veröffentlicht am 27. September 2009

Vor ein paar Tagen vermisste ich die Möglichkeit, auf meiner Fritz!Box eine eigene Namenseinträge zu pflegen und ich wollte eine besser konfigurierbare VPN-Lösung auf meiner Fritz!Box haben. Nach ein paar Recherchen bin ich auf Freetz gestoßen, dem Nachfolger des Danisahne-Mod. Freetz ermöglicht es, die Fritz!Box mit diversen Paketen zu erweitern oder auch das Grundsystem zu verschlanken – um mehr Platz für Freetz-Pakete zu schaffen.

Das ist möglich, da ein Teil der Fritz!Box-Firmware als OpenSource verfügbar ist. Die Entwickler setzen hier an und stellen die Möglichkeit zur Verfügung, die Fritz!Box mit anderen Paketen zu versehen. Leider dürfen fertig kompilierte Freetz-Firmwares nicht öffentlich verbreitet werden, da auch die von AVM geschützten Teile gebraucht werden. Deshalb benötigt man zunächst ein Linux-System mit diversen Entwicklungswerkzeugen. Ich selber habe mir in VirtualBox ein Ubuntu-System aufgesetzt. Die benötigten Entwicklungspakete sind allesamt über die Paketverwaltung zu bekommen. Falls man sich nicht um die Einrichtung eines Systems kümmern möchte, stellt Freetz auch ein Image für den kostenlosen VMWare Player zur Verfügung, mit dem man Freetz-Firmwares kompilieren kann.

Download

Zunächst musst du dir die Quellcodes zu Freetz herunterladen, welche du über das IP-Phone-Forum bekommst.

Freetz-Firmware erstellen

Die genaue Vorgehensweise zum Erstellen einer Freetz-Firmware möchte ich an dieser Stelle nicht schildern, das Freetz-Projekt stellt dazu eine ausführliche Anleitung zur Verfügung. Anfänger sollten sich zunächst diese Seite durchlesen.

Auf jeden Fall sollte man sich zuerst ein Recover-Image vom AVM-FTP-Server herunterladen, damit man die Fritz!Box wiederherstellen kann, sollte etwas schief laufen.

Dann  prüft man, ob die eigene Fritz!Box und auch die derzeit eingesetzte Firmware unterstützt wird. Eventuell muss ein Firmware-Downgrade vorgenommen werden. Die aktuellste stabile Version entnimmt man am Besten aus dem Subversion-Repository. Öffnet man das Repository direkt im Browser (die HTTP-Adresse, die dort angegeben ist)  findet man eine Datei namens CHANGELOG. In dieser findet man die von der aktuellsten Version unterstützten Boxen und Firmware-Versionen.

Freetz im Einsatz

Sollte man es geschafft haben, Freetz auf der Fritz!Box zu installieren, findet man einen neuen Eintrag in der Fritz!Box-Oberfläche:

Freetz Eintrag in der Fritz!Box Administration

Dieser Eintrag verweist auf die neue Freetz-Administration, die intern auch über erreicht werden kann. Sobald man sich eingeloggt hat, empfängt einen folgende Oberfläche, über die Freetz gesteuert wird:

Freetz Oberfläche

Je nachdem, was man eingerichtet hat, findet man hier mehr oder weniger Einrichtungsmöglichkeiten. Eine Liste über verfügbare Extra-Programme findet man hier. Eine Liste über tiefer greifende Änderungen an der Fritz!Box findet man hier.

Fazit

Mit etwas Aufwand kann man aus seiner Fritz!Box eine eierlegende Wollmilchsau machen :) Freetz stellt hierfür eine wunderbare Basis bereit. Vielleicht ist es sogar irgendwann möglich, eine komplett offene Firmware auf der Fritz!Box zu installieren, vorausgesetzt, dass sich sich pfiffige Entwickler an die Arbeit trauen (mehr dazu).

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