WordPress als CMS verwenden
Vor kurzem habe ich zum ersten Mal WordPress als “klassisches CMS” für die Fahrschule Pilates eingesetzt. In dem folgenden Artikel berichte ich darüber, auf was man achten sollte, wenn man WordPress als CMS nutzt und welche Plugins sinnvoll beziehungsweise hilfreich sind.
Das passende Theme
Zunächst einmal ist es sinnvoll, sich ein Theme zu suchen, das für den Einsatz als CMS geeignet ist. Besonderer Augenmerk liegt hierbei auf der Unterstützung von benutzerdefinierten Navigationen. Der vorgestellten Webseite habe ich natürlich ein eigenes Theme spendiert, sodass alle Anforderungen an das Theme erfüllt sind.
Sollten verschiedene Darstellungsarten erforderlich sein, ist es sinnvoll, Child Themes zu entwerfen, was in meinem Fall aber nicht erforderlich war, da jede Seite (bis auf den Inhalt) gleich aussieht.
Seiten oder Artikel?
Nun ist die Frage, wie man die Webseite mit Artikeln und festen Seiten befüllt. Im Grunde genommen verwendet WordPress in der Administration schon die passenden Begrifflichkeiten. Seiten werden für statischen Inhalt, also Inhalt ohne (häufige) Änderungen verwendet. Die Nutzung von Artikeln ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn man eine News-Seite einrichtet, die permanent aktualisiert wird. Auf der News-Seite zeigt man dann zum Beispiel alle Artikel aus der Kategorie News.
Administration anpassen
Bei größeren Webseiten muss man sich Gedanken darüber machen, was ein Benutzer für Rechte bekommen soll und auf welche Funktionalitäten er zugreifen darf. Hier kann zum Beispiel die Nutzung des Admin Theme Adminimize von Frank in Betracht gezogen werden, um die Sichten für die verschiedenen Benutzer individuell festzulegen.
Plugins
Bei dem vorgestellten Projekt kommen folgende Plugins zum Einsatz:
| Plugin | Beschreibung |
| Platinum SEO Pack | Ein verbreitetes Plugin zur Suchmaschinenoptimierung. Für Webseiten mit vielen Artikeln lohnt sich eventuell der Einsatz von wpSEO. |
| Broken Link Checker | Dieses Plugin überprüft, ob alle im Webauftritt verlinkten Seiten noch erreichbar sind. |
| Contact Form 7 | Ein einfaches, individuell anpassbares Kontaktformular. |
| Google XML Sitemaps | Erzeugt eine Seitemap für verschiedene Suchmaschinen (nicht nur Google). Ebenfalls zu SEO-Zwecken. |
| Redirection | Mit diesem Plugin kann man ganz einfach 404er-Seiten tracken und entsprechende Umleitungen einrichten. |
| TinyMCE Advanced | Mit diesem Plugin kann der WYSIWYG-Editor von WordPress angepasst und erweitert werden. Hier brauche ich vor allem die Tabellen-Funktion. |
| Update Notifier | Sollten WordPress- oder Plugin-Updates zur Verfügung stehen, bekomme ich eine E-Mail-Benachrichtigung zugeschickt. |
| WP-Optimize | Optimierung der Datensätze in der WordPress-Datenbank – wird eventuell durch einen echten cronjob bei mir abgelöst. |
| WP Permalauts | Dieses Plugin braucht man, wenn deutsche Sonderzeichen und Umlaute in der URL korrekt umgeformt werden sollen. |
Bis auf Contact Form 7 sind alle Plugins auch hier im Blog im Einsatz. Für WordPress 3.1 sind zudem noch neue CMS-Funktionen angekündigt. Am Meisten erhoffe ich mir hierbei von der Funktion für die interne Verlinkung. Diese Funktion ist in gängigen CMS-Systemen grundsätzlich mit an Bord, bei WordPress fehlt diese Funktion allerdings derzeit noch.
Es gibt sicher noch zahlreiche Plugins, die WordPress um nützliche CMS-Funktionalitäten erweitern. Also schreibt mir eure Plugins, die ihr für den CMS-Einsatz als sinnvoll betrachtet
Veröffentlicht am 15.01.2011

maTTes schrieb am 15. Januar 2011
Die Fahrschul-Seite ist dir gelungen.
Wordpress ist auch mächtiger als manche annehmen. Mit ein bisschen basteln entsteht so ein schönes CMS wie bei dir
Leider hatte ich noch keinen Auftrag in der Richtung.
Didi schrieb am 15. Januar 2011
Mir wird immer wieder zugetragen, WordPress sein als CMS untauglich. M. E. ist WordPress als CMS hervorragend geeignet. Ich habe mir mittlerweile eine Menge Systeme angesehen. Manche sind von der Installation her noch einfacher, weil die Daten nicht per Editor in die Installationsdatei eingetragen werden müssen. Aber kaum eines dürfte flexibler als WordPress sein. Ich würde jedenfalls immer wieder hierauf zurückgreifen, egal ob zur Installation eines Blogs oder einer sonstigen Website.
Perun schrieb am 15. Januar 2011
Das Plugin Redirection scheint nicht mit der kommenden 3.1er Version von WordPress kompatibel zu sein.
Martin schrieb am 17. Januar 2011
WordPress ist definitv für kleinere Seiten als CMS zu gebrauchen. Ich habe im vergangenen Jahr eine statische Firmenseite ohne größeren Aufwand nach WordPress portiert. Mit dem Einsatz von Javascript lies sich die Anzahl von Plugins auf einem erträglichen Maß (7 Stück) halten.
Wordpress gefällt allein durch die riesige Anzahl von PlugIn-Lösungen. Mit Bedacht eingesetzt, lässt sich nahezu jede Kundenvorgabe bei ausreichender Performance umsetzen.
Weniger punkten kann WordPress allerdings bei der Mehrsprachigkeit: Generell lässt sich die Mehrsprachigkeit mit PlugIn lösen aber mit höherer Anzahl von zusätzlichen Plugins steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eines nicht “sprachfähig” ist.
Tobi schrieb am 21. Januar 2011
Danke für den Artikel
Jeffrey schrieb am 12. März 2011
Ich beschäftige mich aktuell gerade auch mit dem Thema WordPress als CMS und da kommt mir deine Übersicht natürlich gerade recht. Danke dafür!
Nun: Hast du das Theme für die Fahrschule komplett selber gebaut? Wenn ja, welche Hilfsmittel oder Anleitungen hast du dazu verwendet?
Ich bin auf der Suche nach einem sehr schlichten aber ansprechenden Design so wie bei der Fahrschulseite.
Patrick schrieb am 12. März 2011
Hey Jeff,
wie immer alles selber gebastelt. Ich habe mal einen Artikel mit Codeschnipseln geschrieben, wo du eigentlich fast alles findest, was man für ein “Standard-Theme” braucht: http://www.patrick-gotthard.de/6298/codeschnipsel-fuer-die-erstellung-von-wordpress-themes
Jeffrey schrieb am 12. März 2011
Danke für den Link werde ich mir gleich mal genauer anschauen!
PS: Hast du das Codeschnipsel zum Einbinden der benutzerdefinierten Google Maps Karte inklusive Markierungen auch noch irgendwo rumliegen?
Patrick schrieb am 12. März 2011
Hmm das ist ein eigens geschriebener JavaScript-Code auf Basis der GoogleMaps API. Aber es gibt auch fertige Frameworks, vielleicht schaue ich mich da mal um und schreibe was darüber.
Christina schrieb am 1. November 2011
Hallo,
vielen Dank für den gelungenen Artikel. Die Webseite der Fahrschule sieht echt toll aus.
Ich hab dazu aber mal eine ganz andere Frage: Wie erstellt man eigentlich diese Header, bei denen etwas “heraussteht”, so wie das Auto bei der Fahrschule? “Integriert” man das in das normale Headerbild und macht den hervorstehenden Teil einfach weiß?
Ich würde mich freuen, wenn Du dazu eine Idee oder einen Tipp hast.
Herzliche Grüße
Christina
Patrick schrieb am 1. November 2011
In dem Fall ist der gesamte Header einfach nur eine Grafik, die sich in das Gesamtbild einfügt. Ansonsten erstellt man das “überlappende” Objekt und positioniert es relativ oder absolut per CSS.
auch Patrick schrieb am 25. April 2012
Wirklich sehr schick, die Fahrschule Site!
Ich bin gerade dabei für meine Freundin, die Künstlerin ist eine Homepage zu bauen und da sie den Inhalt selber managen soll bin ich auch auf wordpress gestossen, hab das ganze auch schon installiert und ein sehr schickes bildorientiertes Theme gefunden: http://wordpress.org/extend/themes/hatch
Ich hatte gedacht den ganzen Inhalt mit “Artikeln” zu bauen, aber was da stört ist halt das “Leave a Reply” und etwas weniger auch die Artikelangaben rechts (Autor, Datum).
Wenn ich das richtig sehe, kann ich das nur wegbekommen, wenn ich das Theme selber editiere, oder? Na, dann werde ich wohl meine php Kenntnisse auffrischen müssen…
Nun habe ich dank Dir gesehen, dass es neben Artikeln auch Seiten gibt. Hast Du den Inhalt bei der Fahrlehrer Site alles mit “Seiten” aufgebaut?
Wenn ich’s richtig verstehe ist der Hauptunterschied, dass bei Artikeln die Sortierung automatisch in umgekehrter Erstellreihenfolge geschieht und bei Artikeln müsste ich (zumindest mit hatch) die ganze Navigation selber machen, richtig?
beste Grüsse
Patrick
Patrick schrieb am 4. Mai 2012
Hallo Patrick,
sorry für die späte Antwort. Ja, bei der Seite für die Fahrschule habe ich alles mit Seiten erstellt. Der Unterschied zwischen Artikeln und Seiten besteht grob darin, dass Artikel sich mengenmäßig häufig aktualisieren und Seiten recht starr abgelegt werden. Die chronologisch umgekehrte Reihenfolge ist bei Artikeln der gängige Standard, man kann es aber auch anders implementieren (siehe bei mir unter “Artikel”).
Möchte man WordPress als CMS einsetzen, benutze ich statische Seiten für feste Bereiche auf der Webseite, während Artikel als News oder halt “Artikel” genutzt werden.
Ich hoffe, das hilft dir weiter. Finde die Sachlage etwas schwierig in Worte zu fassen, aber ich glaube, der Kommentar ist einigermaßen verständlich
Gruß
Patrick